SpaEfV: Spitzenausgleich für das Jahr 2018

 

Auch für das Jahr 2018 können Unternehmen des produzierenden Gewerbes den Spitzenausgleich nach Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) in voller Höhe in Anspruch nehmen, erhalten also bis zu 90 % ihrer Belastungen aus der Energie- oder Stromsteuer zurück. Das hat das Bundeskabinett Mitte Dezember 2017 mitgeteilt.

 

Über den Spitzenausgleich, geregelt im Stromsteurer- (StromStG) und im Energiesteuergesetz (EnergieStG) sowie in der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV), werden Unternehmen von einem Teil der Strom- und der Energiesteuer per Erstattung oder Verrechnung entlastet. Jedoch kommen Si seit 2013 nur noch dann in Genuss des vollen Spitzenausgleichs, wenn sich die Energieintensität der Bundesrepublik Deutschland insgesamt um einen bestimmten Wert reduziert hat.

  

Voraussetzungen für den Spitzenausgleich

 

Die folgenden Voraussetzungen müssen Unternehmen erfüllen um den Spitzenausgleich in Anspruch nehmen zu können:

  1. Das Unternehmen gehört zum produzierenden Gewerbe.
  2. Die Stromsteuer im Kalenderjahr übersteigt den Betrag von 1.000 Euro.
  3. Nicht-KMU müssen außerdem ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder nach EMAS eingeführt haben.
  4. KMU müssen ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz nachweisen.
  5. Die gezahlte Stromsteuer ist höher als die Senkung des Arbeitgeberanteils zur Rentenversicherung seiner Beschäftigten. 
  6. Die Energiesteuer- und Stromsteuer-Transparenzverordnung (EnSTransV) schreibt vor, dass Unternehmen, die den Spitzenausgleich in Anspruch nehmen, diesen anzeigen (bei Vorabentlastung) bzw. erklären (bei Rückerstattung). 

 

Den Spitzenausgleich beantragen 

 

Die folgenden Dokumente finden Sie auf der Seite des Zolls:

  • Antrag auf Steuerentlastung von der Stromsteuer und/oder Energiesteuer in Sonderfällen (Zollformular 1450)
  • Angaben zum Unternehmen, Verwendungszweck, Bankverbindung, entnommene Strommengen und selbst berechnete Entlastung (Zollformular 1402)
  • entnommene Strommengen und die Arbeitgeberanteile zur Rentenversicherung
  • Stromrechnungen
  • für Nicht-KMU: Nachweis über den Betrieb eines Energiemanagementsystems (DIN EN ISO 50001) oder eines Umweltmanagementsystems (EMAS).

Spitzenausgleich für Nicht-KMU

 

Den Nachweis stellt eine Konformitätsbewertungsstelle, ein Umweltgutachter, eine Umweltgutachterorganisation oder eine EMAS-Registrierungsstelle aus. Diese prüfen das Energiemanagementsystem des Unternehmens und füllen daraufhin das Formular 1449 des Zolls aus. 

 

Spitzenausgleich für KMU

 

KMU dürfen ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS einführen, sind aber nicht dazu verpflichtet. Ihnen genügen regelmäßige (z.B. jährliche) Energieaudits oder sie führen ein alternatives System nach Anlage 2 SpaEfV ein.

Regelmäßige Energieaudits belegen die Unternehmen mit einem abschließenden Auditbericht nach DIN EN 16247-1 sowie Anlage 1 SpaEfV. Für ein alternatives System ist eine Vor-Ort-Prüfung normalterweise im zweijährigen Turnus vonnöten. In den Jahren ohne Vor-Ort-Audit reicht eine dokumentenbasierte Begutachtung durch eine Zertifizierungsstelle als Beweis aus. KMU mit einem alternativen System benötigen

  • einen Energiebeauftragten
  • die Geschäftsführung muss eine Verpflichtungserklärung zur Einführung eines alternativen Energiemanagementsystems abgeben haben;
  • die Einsparpotenziale bewerten
  • eingesetzte Energieträger erfassen und analysieren;
  • die Struktur des Energieverbrauches dokumentieren.

Diese Datenauswertung müssen Betriebsinhaber schließlich einem Zertifizieren vorlegen, der das Effizienzsystem bewertet.

 

Einreichungsfrist

 

Die Vor-Ort-Begutachtung muss bis zum 31.12. des jeweiligen Antragsjahrs durchgeführt worden sein. Darüber hinaus müssen der Konformitätsbewertungsstelle die Nachweise über die vom Unternehmen durchgeführten Maßnahmen zur Erfüllung der Anforderungen nach SpaEfV vorliegen. Den gesamten Antrag auf Spitzenausgleich muss ein Unternehmen spätestens zwölf Monate nach Ablauf des Antragsjahres beim zuständigen Hauptzollamt einreichen – die Frist für den Spitzenausgleich für das Jahr 2018 endet somit am 31.12.2019.

 

 

 

Gerne unterstütze ich Sie bei allen Tätigkeiten rund um den Spitzenausgleich, wie die Implementierung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 oder der Durchführung eines Energieaudits nach 16247-1 bzw. eines alternativen Systems.

 

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.